Dienstag, 29. Januar 2008

Mein Projekt: Tres de Mayo

Da ich jetzt schon einen Monat in meinem neuen Projekt taetig bin und die meisten nicht wirklich gut ueber meine Taetigkeiten informiert sind, will ich nun mein Projekt vorstellen.


Mein Projekt ist Bestandteil der Fundacion Angelelli, einem Spendennetzwerk, dass sich zur Beihilfe sozial Benachteiligter bestimmt hat.

In Buenos Aires (Gran Buenos Aires) und Argentinien ist die Fundacion nur in “Florencio Varela” vertreten. Neben meinem Projekt gibt es noch drei weitere Projekte, die ungefaehr die gleiche Struktur haben, sich aber in unterschiedlichen “Barrios” von “Florencio Varela” befinden. Desweiteren ist die arbeitet die Fundacion mit der IERP (Iglesia Evangelica Rio de la Plata) zusammen und unterhaelt noch mehr Projekte in Florencio Varela. Der Name meines Projektes kommt von dem gleichnamigen Barrio “Tres de Mayo”. Das Barrio zaehlt zu den aermsten in ganz Varela, das die zweitaermste Stadt von gran buenos aires ist (von den 400 000 Einwohnern leben mehr als 80% der Bevoelkerung unter der Armutsgrenze (nivel de pobreza))

“3 de Mayo” ist 6 Jahre alt und war ehemals beschlagnahmtes Gebiet von Landbesetzern (Terreno tomado) nach und nach hat sich das Barrio geformt, organisiert und sich die “Unabhaenigkeit” erkaempft. Es wird nicht mehr als illegal besetztes Land angesehen, sondern als Barrio akzeptiert.

Dennoch sollte man nicht meinen, dass das einen Unterschied fuer die staatliche Beigabe darstellt. Von den 800 Familien (geschaetzt ca.6500 Einwohnern) lebt so gut wie jeder in erschreckender Armut. “3 de Mayo” zaehlt als sogenanntes “Asientamento”. Der einzige Unterschied zu den “Villa Miserias” oder “Favelas” besteht darin, dass man zwar auch Land illegal besetzt hat, aber sich dann versucht hat zu organisieren (Strassenbau, “Planung”) – die miserablen Lebensbedingungen sind die gleichen. Bei den Villas, die man gehaeuft in “Capital Federal” findet, kommt das Problem des Platzmangels und der Muellanhaeufung noch deutlicher zum Ausdruck.

Drogen, Gewalt, Unterernaehrung, Schiessereien, Inzest all das sind Probleme in 3 de Mayo. Nach Angaben einiger Jugendlichen gibt es in jedem zweiten Haus eine Schusswaffe. Drogenkonsum von Kindern, Alkoholismus, Schwangerschaften von Maedchen ab 12 Jahren all diese Dinge bilden das prekaere Umfeld von 3 de Mayo. Dennoch geht es immer noch schlimmer: das benachbarte Viertel “San Cayetano” , das gerade einmal ein Jahr alt ist ist sogar noch aermer. Dort wohnt so gut wie niemand in einem “Haus”, es besteht praktisch aus provisorischen Wellblech- und Holzhuetten, ohne Strom und Wasser. Es akkumulieren sich viele Probleme, zu viele.

Mein Projekt versucht Jugendlichen aus diesem Umfeld eine Chance zu bieten, dem Villa-Alltag zu entfliehen. Wir bieten Talleres – Workshops an und geben einen “Apoyo escolar” – eine Art Nachhilfe. Zudem gibt es eine Essensausgabe.

Meine Taetigkeit besteht darin mit den zwei anderen "Animadores" und fast taeglich wechselnden "talleristas" die Workshops (Artesanias, Murga, Plastica-Artistica, communicacion) zu begleiten, Nachhilfe zu geben beim Apoyo escolar und einen "Espacio deportivo" zu organisieren. Meine Arbeitszeiten sind von Montag bis Freitag von 15.00 bis 21 Uhr allerdings kommen jeweils noch 2h An- und Rueckreise dazu.

Nach der Brandstiftung, die uns wirklich schwer getroffen hat, haben wir uns jetzt so arrangiert, dass wir fuer die Taller-Taetigkeiten ins benachbarte San Cayetano ausweichen. So lange es noch Sommer ist gehen wir einen Tag in der Woche ins Schwimmbad und mit der Murga rotieren wir monatlich durch die anderen Zentren.

Wir arrangieren uns, es ist aber keine Dauerloesung so, die Bauarbeiten werden wohl mindestens noch 3 Monate dauern...

so viel von mir in diesem Moment - Am Freitag werde ich nach Flores mit drei weiteren Volunaeren zusammenziehen und ab Montag haben wir dann das Zwischenseminar in Misiones.

seid alle herzlich gegruesst

euer Johannes

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hallo.
Ich mochte mit Ihrer Website johannes-uruguay.blogspot.com Links tauschen